Amazon-Abhängigkeit

      Stefan Jacobasch schrieb:


      Nein, ich bin bei Amazon bzw. CreateSpace nicht der Auftraggeber. Das ist der Kunde, der das Buch bestellt. Und die Rechnung stelle nicht ich, sondern Amazon.


      Das Du nicht direkt an Endkunden verkaufst ist uninteressant - das machen die meisten Großverlage nicht. Und nur weil das Buch im POD Verfahren hergestellt wird ändert, dass Nichts an der Tatsache, dass CreateSpace nur ein Vertrieb ist.

      Genauso wie es bei der Frage Label oder Vertrieb bei Hörspielen nicht von Bedeutung ist, ob eine CD oder eine mp3 Datei verkauft wird.

      PS: Auch ein Vertrieb kann eigene isbn oder ean Nummer haben.

      Stefan Jacobasch schrieb:

      Der Verlag ist die "CreateSpace Independent Publishing Platform" mit deren ISBN-Nummer, so wie XinXii mein E-Book-Verlag ist.


      Das CreateSpace nicht als Verlag fungiert sondern nur als Vertrieb und Dienstleister sieht man an den von ihnen erlaubten Bezeichnungen für das Impressum:

      CreateSpace References

      CreateSpace is the printer of your book and as such cannot be listed as the publisher.

      Can Include
      • Printed by CreateSpace
      • eStore address (i.e. CreateSpace.com/TITLEID)
      • Printed by CreateSpace, An Amazon.com Company
      • CreateSpace, Charleston SC
      • CreateSpace

      Cannot Include
      • Published by CreateSpace
      • Published through CreateSpace
      • Printed by CreateSpace Publishing
      • CreateSpace, LLC
      • CreateSpace Edition
      • CreateSpace Logo

      Auch bei XinXii ist das nicht anders - siehe deren FAQ:

      Jeder Autor, der auf XinXii eine eigene Datei hochlädt und veröffentlicht, tritt als Selbstverleger auf. Damit ist der Autor auch gleichzeitig Anbieter des jeweiligen eBooks und muss dies in einem Impressum kennzeichnen.


      Gruß
      Daniel
      Hupps, den Thread hatte ich ja völlig übersehen.
      Das geht inzwischen aber etwas weg von der Ausgangsfrage. ;)

      Zur Frage Freiberuflich < > Gewerbe:
      • Erzielt man seine Haupteinkünfte aus dem Manuskript, ist man Freiberufler.
      • Erzielt man seine Haupteinkünfte, indem man das eBook/das Taschenbuch selbst (d.h. auf der eigenen Homepage, bei Lesungen, über Amazon Marketplace, etc.) verkauft, läuft man - je nach Umfang - Gefahr, zum gewerbetreibenden Händler zu werden.
      In Shops verkaufen die Shops, nicht man selbst als Autor. Da bleibt der freiberufliche Status also gewahrt.

      -

      Zur Abhängigkeit von Amazon:
      Es ist nie gut, sich von einem Anbieter allzu abhängig zu machen. Das lernt man auch als Dienstleister, wenn man nur einen großen Kunden hat.
      Wird Amazon die KDP-Tantiemen kürzen? Nicht auszuschließen. Amazon hat die 70 % nur wegen Apple eingeführt, um konkurrenzfähig zu bleiben! Davor hat es durchgehend nur 35 % ausbezahlt. Sollten die Aktionäre denken, 70 % seien nicht mehr zu halten, werden sie Änderungen durchsetzen.
      Sind aber noch ungelegte Eier.
      Hallo Thomas,

      seh, dass zwar in weiten Teilen so ähnlich wie Du:

      Ein Autor verdient sein Geld mit dem Manuskript also dem Roman ansich indem er Verwertungsrechte daran verkauft. Er ist freiberuflich und produziert und verkauft ja auch kein Produkt.

      Ein Verlag stellt ein Buch oder eBook aus den Manuskripten / Romanen, an denen er die nötigen Verwertungsrechte hat, her und verdient sein Geld mit deren Verkauf. Er betreibt hiermit eine eindeutige gewerbliche Tätigkeit.

      Als die Regelungen in bezug auf den freiberuflichen Status von Autoren oder die Kriterien für eine gewerbliche Tätigkeit festgelegt wurden, gab es den Sonderfall Selbpublisher in der Form wie heute noch nicht.

      Aber ein Selfpublisher, der in Eigenregie aus seinem Manuskript ein Buch oder auch eBook herstellt, dass er ebenso wie ein Verlag verkauft, übt doch neben seiner freiberuflichen Tätigkeit auch eine gewerbliche Tätigkeit aus, wenn das Selfpublishing auf Dauer und mit Gewinnerziehlungsabsicht ausgeübt wird.

      Thomas Knip schrieb:


      In Shops verkaufen die Shops, nicht man selbst als Autor. Da bleibt der freiberufliche Status also gewahrt.


      Das ein Selfpublisher die Bücher nicht selbst verkauft sondern Amazon oder ein Distributor ist leider unerheblich für die Frage, ob man gewerblich tätig ist. Auch Verlage verkaufen ja meistens nicht direkt, sondern über Amazon und andere Shops sowie die Buchhandelsschiene und das Equivalent eines eBook-Distributors wäre das Barsortiment.


      Der Autor, der in jahrelanger Arbeit einen Roman in seiner Freizeit geschrieben hat und mit diesem auf Amazon ein paar Euro verdient, wird natürlich mit großer Sicherheit keine Gewerbeanmeldung benötigen.

      Auf der anderen Seite bewegt sich aber ein Selfpublisher, der nicht nur 1 eBooks veröffentlicht und regelmässige mehrere hundert Euro im Monat verdient, zur Zeit eindeutig in einem Bereich wo man ihm einen gewerblichen Umfang seiner Tätigkeit unterstellen kann.

      Kann nicht muss!!!

      Nicht falsch verstehen, denn ich weiss natürlich genauso wenig wie jeder andere, wie ein bestimmtes Amt oder ein Richter die Sache auslegen würde.

      Aber genau hier sehe ich die große Gefahr solange es keine eindeutige Regelung bezüglich der Gewerblichkeit oder Freiberuflichkeit des Selfpublishing gibt.


      Ich würde jedem Selfpublisher, der regelmässige Einnahmen damit erziehlt empfehlen kein Risiko einzugehen und lieber die paar Euro in einen Gewerbeschein zu investieren, denn versteuern muss er die Sachen eh und wird auch als Freiberuflicher ab 17.500 € umsatzsteuerpflichtig.

      Und sollte es dann irgendwann eine sicher sehr sinnvolle Ausnahme-Regelung für kleine bis mittlere Selfpublisher geben, ist das Gewerbe schnell wieder abgemeldet.

      Außerdem ist man ja viel freier in der Ausübüng seiner Tätigkeit. ;)

      Gruß
      Daniel

      Daniel von Euw schrieb:

      Ich würde jedem Selfpublisher, der regelmässige Einnahmen damit erziehlt empfehlen kein Risiko einzugehen und lieber die paar Euro in einen Gewerbeschein zu investieren, denn versteuern muss er die Sachen eh und wird auch als Freiberuflicher ab 17.500 € umsatzsteuerpflichtig.


      Hast Du einen Gewerbeschein?
      Und wenn ja: Was hast Du da als Gewerbe angegeben?

      Ich sehe als Gefahr, dass man nur unnötig Gewerbesteuer zahlt, Zwangsmitgliedschaften in irgendwelchen Berufsverbänden usw. usf. – für nix, vermutlich.
      "Bücher, selbstgemacht. Und gut."
      Hab schon lange einen Gewerbeschein und bin auch nicht nur Selfpublisher.

      Gewerbesteuer wird erst ab einem Jahresgewinn von über 24.500 € fällig - also alles anderes als Nichts. ;)

      Aber ich schlage ja auch nicht vor, dass jeder Autor sich jetzt einen Gewerbeschein holen soll, auch wenn er dann nur ein paar Euro im Monat mit seinem Buch verdient.

      Aber jeder Selfpublisher, der mit seinen Veröffentlichungen regelmässig mehrer hundert Euro im Monat verdient sollte meiner Ansicht nach anfangen darüber nachzudenken.

      PS: Bei der IHK zum Beispiel fallen auch erst Beiträge ab einem Jahresgewinn von über 5.200 € an. Darüber bis zu einem Jahresgewinn von 25.000 € fallen 35 € Beitrag im Jahr an.


      Gruß
      Daniel