Amazon-Abhängigkeit

      Amazon-Abhängigkeit

      Diese Nachricht bei Lesen.net finde ich etwas beunruhigend: Amazon hat verkündet, die Umsatzbeteiligungen für Autoren und Verlage bei seiner Hörbuchplattform Audible mal eben drastisch zu kürzen. Lesen.net spekuliert: "Amazon hat im eBook-Bereich längst eine ähnlich dominante Position wie im Hörbuchgeschäft. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch hier die Daumenschrauben angezogen werden und die derzeitige 70-Prozent-Vergütung Geschichte ist."
      Diese Vorhersage ist nicht einmal unrealistisch, wenn man sieht, das im Bereich Musik und Film der Trend zum Streaming bei niedrigen Preisen geht. Bei Hörbüchern und E-Books könnte das auch so kommen; erste Ansätze zu Plattformen, auf denen man gegen eine Pauschale beliebig viel lesen kann, gibt es ja schon. Und wenn Amazon langfristig diesen Markt auch bedienen will, müssen sie zwangsläufig die Umsatzbeteiligungen kürzen.
      Sollte man als Autor also künftig verstärkt auf die Konkurrenz setzen? ?(
      Oder sich schon mal auf geringere Einnahmen einstellen? ;(
      Danke den Link zu der acx Seite. Hab die Seite vor einigen Wochen gesucht aber nicht gefunden - hatte nur noch im Hinterkopf über solch eine Plattform gestolpert zu sein wusste aber den Namen nicht mehr.

      Das es auch im eBook Bereich früher oder später zu einer Senkung der Tantiemen kommen wird liegt leider auf der Hand. Allerdings habe ich Hoffnung, dass dies noch etwas auf sich warten lässt, da es im eBook-Bereich deutlich mehr Alternativen für selfpublisher gibt als im Hörbuchbereich.

      Und da Amazons Konkurrenz gerade damit anfängt sich in Stellung zu bringen, wird Amazon ihnen im Augenblick sicher nicht dadurch entgegenkommen die Selfpublisher, welche bisher nur bei Ihnen veröffentlicht haben, da es am einfachsten und finanziel interessant ist, auf dumme Gedanken zu bringen.

      Gerade auch, da nächstes Jahr die Tantiemen bei gleichem Verkaufspreis durch die Umstellung auf 19% Mehrwertsteuer eh schon deutlich sinken werden, denke ich dass wir noch etwas Galgenfrist haben.

      Allerdings könnte ich mir gut vorstellen, dass Amazon vielleicht auf die Idee kommt eine Tantiemen-Kürzung für nicht kdp-Select Teilnehmer einzuführen um auch weiterhin genug exklusiven Content zu haben, wenn die anderen Plattformen für Selfpublisher interessanter werden.


      Leider sind in den meisten Fällen die anderen Plattformen umsatzmässig für Selfpublisher recht uninteressant, da ihre Bücher hier in der Regel kaum Beachtung finden - es fehlt in diesen Shop das ausgefeilte System, dass den Usern immer wieder Titel, die sich gut verkaufen in Erinnerung bringt.

      Gruß
      Daniel
      Mich würde interessieren, wie die Autoren in den USA darauf reagieren. Die Anzahl der Self Publisher ist dort ja wesentlich höher, vor allem die Zahl derjenigen, die ihren Lebensunterhalt damit bestreiten, und deren Existenz durch solch eine krasse Herabsetzung der Tantiemen bedroht wäre.

      Klaus
      Das Geschäftsmodell von Audible (Stichwort: Abo) entspricht ja auch eher der Kindle-Leihbücherei als den Einzelkäufen, oder versteh ich das falsch?

      Das monatliche Abo bei Audible kostet 9,95, dann gibts Aktionen mit 4,95, und immer wieder Einstiegsaktionen mit einem Gratisbuch. Für die 9,95 bekomm ich jedes Monat ein Buch, und alle weiteren Bücher muss ich zahlen. Alles klar. Bis dieser Absatz hier auftaucht:

      Der Bonus von 25 US-Dollar, falls ein eigenes Audiobook zu den ersten drei von einem Neukunden heruntergeladenen Hörbüchern gehört, wird durch einen Bonus von 50 US-Dollar für den Produzenten des ersten heruntergeladenen Titel ersetzt.


      Wenn der Kunde pro Buch 9,95 € bezahlt, bestenfalls, schlechtestenfalls für die ersten drei Bücher 4,95+4,95+4,95, wo kommen die 3x25 € Bonus her? Von nicht eingelösten Guthaben der Kunden? Oder woher? Da muss ich jetzt kein Rechengenie sein, um zu sehen, dass ich von 14,85 € Umsatz nicht 75 € Tantiemen ausschütten kann. Und von 30 € Umsatz auch nicht.

      Bekommt ihr bei Amazon einen Bonus, wenn euer Buch das erste ist, das sich jemand auf seinen Kindle runterlädt? Ich nicht ;)

      Kann sein, dass ich das zu locker sehe, aber wenn ihr mich fragt, ist das Panikmache von Seiten der klassischen Buchbranche, wo Äpfel mit Birnen verglichen werden, nur damit man zeigen kann, wie bitterböse Amazon ist.
      Die wollen, dass Du als Hersteller Deine Audio-Books bewirbst und dadurch Neukunden für deren Plattform gewinnst, denn Neu-Kunden sind nunmal ein wertvolle Posten, die in der Regel auch einige Monate dabei bleiben.

      Der Bonus dafür von früher 25€ (wenn Dein Buch bei den ersten 3 Käufen eines Neu-Kunden dabei war) oder jetzt 50 € (wenn Dein Buch der erste Kauf eines Neu-Kunden war) ist dann schnell wieder drin und gehört zu der Kategorie Werbekosten.

      Solch ein Bonus ist im Affiliät-Marketing wie sich das Ganze nennt durchaus üblich. Auf der Amazon Seite inkl. KDP gibt es auch die Möglichkeit mit Affiliät-Marketing Geld zu verdienen nur das es hier keinen Neu-Kunden Bonus gibt, sondern Du an jedem vermittelten Kauf 5% verdienen kannst - egal was gekauft wird.


      Ich würde jetzt aber auch von audible nicht direkt auf KDP schließen aber mittelfristig ist eine Senkung der Tantiemen durchaus möglich sobald Amazon in dem großen Selfpublisher-Anteil keinen Wettbewerbsvorteil mehr sieht.

      Das ist dann auch nicht böse oder verachtenswert sondern Business. Im Moment haben wir halt großes Glück, dass wir in die Pläne von Amazon passen, denn seien wir ehrlich - ohne Amazon wäre Selfpublishing nicht das was es zur Zeit ist.

      Gruß
      Daniel

      Daniel von Euw schrieb:

      Die wollen, dass Du als Hersteller Deine Audio-Books bewirbst und dadurch Neukunden für deren Plattform gewinnst, denn Neu-Kunden sind nunmal ein wertvolle Posten, die in der Regel auch einige Monate dabei bleiben.


      Okay, so ist das gemeint. Wenn man sich aktiv um Neukunden bemüht, um den Bonus abzucashen, macht das natürlich Sinn.

      Daniel von Euw schrieb:

      Das ist dann auch nicht böse oder verachtenswert sondern Business.


      Für jeden normal denkenden Menschen ja. Für die Buchbranche nein. Die Buchbranche war bisher in einer Seifenblase. Die wurde von der Buchpreisbindung gegen die freie Marktwirtschaft abgeschirmt. Staatlich gefördert und subventioniert. Ich seh das ein im historischen Kontext, als Bücher selten und die Alphabetisierungsrate niedrig waren. Da war das wichtig. Aber was ist schützenswert an 50 Shades of Grey? Warum muss ich Twilight staatlich subventionieren? Wo ist die Autobiographie von Dieter Bohlen ein Kulturgut, das es zu schützen gilt? Was ist der Unterschied zu Filmen und warum sind DVDs dann nicht aus dem selben Grund preisgebunden? Ist die DVD von "Schindlers Liste" gefühlsmäßig nicht eher mehr Kulturgut als "Pride & Pejustice & Zombies"? Zum Nachdenken ... ;)

      Jedenfalls seh ich das so, dass sich der Börsenverein vor der freien Marktwirtschaft fürchtet, und deswegen um sich schlägt wie ein Ertrinkender. Jedem sein gutes Recht. Ich persönlich hab aber von der Blase nichts, deswegen find ich die unfair und bin dafür, die abzuschaffen :D

      Daniel von Euw schrieb:

      Im Moment haben wir halt großes Glück, dass wir in die Pläne von Amazon passen, denn seien wir ehrlich - ohne Amazon wäre Selfpublishing nicht das was es zur Zeit ist.


      Stimmt. BoD gabs ja schon lange Zeit, und das hatte immer einen miesen Ruf. Weil es so einen miesen Ruf hatte, wollte es niemand machen, was dazu führte, dass weiterhin nur diejenigen bei BoD veröffentlicht haben, die den schlechten Ruf weiter genährt haben. Da schließt sich der Kreis. Hätte Amazon nicht so ein attraktives Angebot für Autoren aus dem Boden gestampft, wär die SP-Welle mit den eBooks zwar wahrscheinlich irgendwann trotzdem gekommen, aber eher in 30 Jahren als heute :rolleyes:
      Ich habe mich zum Self Publishing entschieden, weil ich unabhängig sein möchte. So war mir von Anfang an klar, dass ich nicht nur auf Amazon veröffentlichen möchte. Das Wichtigste ist mr die Homepage und ich möchte die Leser in den sozialen Netzwerken sanft dazu bringen, die (kommenden) Bücher auf der Homepage zu beziehen. Vermutlich wird der Zugriff nicht so hoch sein, aber wer weiss, mit der Zeit werde ich froh sein, von Anfang an auf einen eigenen Shop gebaut zu haben.
      So einfach ist die Sache leider nicht.

      Als Autor ist man zwar Freiberufler aber als Selfpublisher ist man deutlich mehr als ein Autor, da man auch gleichzeitig sein eigener Verlag ist. Das heißt man vergibt nicht irgendwelche Nutzungslizenzen wie ein Autor sondern verkauft seine Bücher selbst.

      Ob man das über eine eigene Website oder Amazon macht ist dabei unerheblich da Amazon hier nicht als Verlag sondern als Verkaufsplattform fungiert. Für den gewerblichen Status ist es ja auch egal, ob man zum Beispiel Ware über den eigenen Shop oder Verkaufsplattformen wie ebay oder an Zwischenhändler verkauft.

      So besteht leider durchaus die Gefahr, dass Selfpublishing von dem für einen zuständigem Gewerbeamt als gewerbliche Tätigkeit gesehn wird.

      Das Problem an der Sache ist, dass es soweit ich weiß noch keine Vorschrift oder einen Gerichtsentscheid gibt der den Fall "Selfpublisher" regelt so daß es hier zur Zeit keine Rechtssicherheit gibt.

      Auf der anderen Seite muss sich der kleine Selfpublischer, der nur ein paar Euro im Monat verdient sicher keine unnötigen Gedanken machen. Aber spätestens, wenn man jeden Monat mehrere hundert Euro verdient schadet eine Anfrage beim Gewerbeamt mit Sicherheit nicht.

      Unabhängig davon muss man natürlich die Einnahmen in jedem Fall versteuern.


      Gruß
      Daniel
      Ne, das stimmt so nicht. Als Selfpublisher bist du freiberuflich tätig, eindeutig. Da muss man auch wenn man zB die eigenen Bücher in einer Druckerei offset machen lässt kein Gewerbe anmelden und musste man auch nie. Die Frage ist, ob es ein Unterschied ist, ob ich Bücher im Rahmen von Lesungen verkaufe und die ansonsten auf Kommission auslege (was ja Verlagsautoren auch machen), oder ob ich einen Onlineshop eröffne. Da hätte ich die Befürchtung gehabt, dass das vorrangig als Handelsunternehmen angesehen werden könnte.

      Es kann dir ja niemand vorschreiben, wie du deine freiberufliche Tätigkeit auszuüben hast. Schriftsteller ist immer freiberuflich. Der Gesetzgeber sagt nicht, Schriftsteller ist nur dann freiberuflich, wenn du bei einer Agentur oder einem Verlag unter Vertrag bist. Du bist genauso Schriftsteller und damit genauso freiberuflich, wenn du deine Bücher selbst vertreibst. Da wird nicht mit zweierlei Maß gemessen. Wär ja auch Irrsinn.
      Wie gesagt das Problem ist doch das ein Selfpublisher zwei Tätigkeiten ausübt.

      1. Die Tätigkeit des Autors, die er natürlich freiberuflich ausüben kann.

      2. Die Produktion und der Vertrieb eines Produktes (Buches) - was einer typischen gewerblichen Tätigkeit entspricht.

      Und in den Kriterien für eine gewerbliche Tätigkeit sehe ich keine Ausnahme für selbst geschriebene Bücher - auch der Verkauf von selbst gefertigten Produkten ist ja auch gewerblich.

      Sollte es doch eine Ausnahme-Regelung für Selfpublisher geben, dann würde ich mich über eine Quelle - offiziele Verordnung, Gesetz oder Urteil sehr freuen.


      Das es Wahnsinn wäre, wenn jetzt ein kleiner Selfpublisher gewerblich wäre steht außer Frage - aber leider gibt es bezüglich der Ausübung einer selbstständigen Tätigkeit in Deutschland mehr als genug unsinnige Vorschriften und Pflichten

      Gehe aber eher davon aus das es dazu noch keine Regelungen gibt und damit im Ermessen des jeweiligen Gewerbeamtes liegt.

      Gruß
      Daniel.
      Shit, jetzt ist meine schöne Antwort weg. Nochmal.

      Das ist keine Ermessensfrage irgendeines Amtes, weil es eine klare Regelung im Paragraph 22 EStG:



      1. Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit. Zu diesen Einkünften gehören nur
      a) Einkünfte aus einer wissenschaftlichen, künstlerischen, schriftstellerischen, unterrichtenden oder erzieherischen Tätigkeit.


      Liest du da irgendwo "Schriftstellerisch tätig ist nur, wer bei einem Verlag veröffentlicht."? Ich nicht ;)

      Das ist keine Ausnahmeregelung für SP, das fällt da ganz normal drunter.

      Die Produktion und der Vertrieb eines Produktes (Buches) - was einer typischen gewerblichen Tätigkeit entspricht


      Ne. Weil es "Schriftstellerische Tätigkeit" heißt, nicht "Kunsthandwerk". Zipfelmützen stricken ist keine schriftstellerische Tätigkeit und hat daher seinen eigenen Punkt im EStG. Nix durcheinanderbringen ;)

      Das ist natürlich nicht rechtsverbindlich, ich bin kein Steuerberater.
      Natürlich steht nirgendwo "schriftstellerisch tätig ist nur, wer bei einem Verlag veröffentlicht", aber als das Gesetz geschaffen wurde waren die Bereich klar getrennt.

      Der selbstständige Autor der einen Roman geschrieben hat, konnte dies wegen des künstlerischen Charakters dieser Tätigkeit freiberuflich tun.

      Der Verlag, der diese Bücher produziert, beworben und vertrieben hat, tat dies natürlich gewerblich.


      Der Selfpublisher ist jetzt eine für das Rechtssystem neue Erscheinung, die erst jetzt auch eine gewisse wirtschaftliche Bedeutung erlangt.

      Und ob es Autoren gefällt oder nicht ein Selfpublisher ist ganz klar ein Zwitter-Wesen. Erst übt er die Tätigkeit eines Autors aus und im Anschluss daran übernimmt er die Funktion eines Verlages und übt die damit einher gehenden eindeutig gewerblichen Tätigkeiten aus.

      Um in diesem Punkt Rechtssicherheit jetzt zu haben müsste entweder expliziet vermerkt sein, dass ein freiberuflicher Autor seine eigenen Werke auch im gewerblichen Umfang selbst produzieren und verkaufen darf, oder es müsste bei den Kriterien für eine gewerbliche Tätigkeit eine Ausnahmeregelung für künstlerisch tätige Personen geben, die nur ihre eignen Produkte vertreiben. Oder zumindestens müsste es mal ein Urteil in dieser Richtung geben.


      Aber solange es dies alles nicht gibt, besteht leider Rechtsunsicherheit und es ist Auslegungssache.

      Ein Gewerbeamt oder Richter könnte sich Deiner Auffassung anschließen und sagen der künstlerische Anteil an der Arbeit eines Selfpublishers ist so wichtig, dass er nicht gewerblich tätig sein muss. Was ich persönlich gerade auch bei kleinen Selfpublishern für absolut wünschenswert halten würde.

      Aber genauso gut könnte sich ein Gewerbeamt oder ein Richter auf den Standpunkt stellen, das ein Selfpublisher zwei Tätigkeiten ausübt von denen der gewerbliche Part so groß ist, dass hieraus eine Gewerbepflicht entsteht.


      Wie gesagt es geht mir nicht darum zu sagen, dass wird in jedem Fall so gesehen oder muss so sein sondern nur darauf hinzu weisen, dass die Situation leider nicht so klar ist wie einige Autoren denken und das durchaus die Gefahr besteht, dass ein Selfpublisher als gewerblich angesehen werden kann.

      Geht mir auch nicht um Panik mache aber je höher der Umsatz des Selfpublishers ist desto größer ist dann natürlich die Gefahr, dass er Probleme in der Richtung bekommt, wenn er sich nicht früh genug darum kümmert.

      Gruß
      Daniel
      Self-Publishing kann durchaus die Grenze zwischen freiberuflichkeit und Gewerbe überschreiten.

      Eine wesenliche Frage, die zur Feststellung der Gewerblichkeit bzw. Freiberuflichkeit führt ist die nach dem Hauptwesen der Tätigkeit. Ist der Vertrieb und die Produktion (die auf jeden Fall) oder andere Nebentätigkeiten komplett ausgelagert oder wird z.B. ein wesentlicher Verkauf von Büchern nicht über einen Dienstleister abgewickelt, sondern durch den Schriftsteller?
      Siehe hier.

      Wenn ich über Amazons CreateSpace veröffentliche, bin ich kein Verleger, weil Amazon die Produktion und den Vertrieb übernimmt und mir nur einen Anteil am Umsatz auszahlt. Wenn ich aber einen Shop auf meiner Homepage einrichte, den Druck selbst in Auftrag gebe (und sei es auch nur in Einzelexemplaren) und auch den Versand sellbst in die Hand nehme, bin ich Selbstverleger. Und das kann ab einer gewissen Größe zu einem Gewerbe werden.

      Die gerade unter Autoren verbreitete Angst, sie könnten etwa durch Buchverkäufe bei ihren Lesungen die Privilegien des Freiberufler-Status verlieren, sind nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofes nicht begründet. Allerdings: Wenn derartige Geschäfte einen solchen Umfang annehmen, dass sie zu einer ”neuen Erwerbsgrundlage” werden, ist es mit diesen Privilegien vorbei.
      Siehe hier.

      Wer meint, er kommt ohne Rückfrage beim Finanzamt und Gewerbeamt noch als Freiberufler davon, der sollte zumindest ein paar Rücklagen für eventuelle Steuernachforderungen anlegen. ;)

      In Österreich sind Selbstverleger dagegen generell von einer Gewerbeanmeldung ausgenommen (sagt Wikipedia).

      Weitere Links zum Thema:
      Mit Book-on-Demand sind Sie Selbstverleger

      Was ist ein Selbstverlag?
      Super, jetzt hat mein Baby den Laptop angekotzt, jetzt ist das Teil hin und die Antwort ist auch weg. Warum passiert das immer mir.

      Gut, dann ist das bei euch anders, hatte extra nochmal das EStG gegooglet, da war der wortlaut in AT und DE gleich (wir klauen ja immer eure Gesetze)

      Stefan Jacobasch schrieb:

      Wenn ich über Amazons CreateSpace veröffentliche, bin ich kein Verleger, weil Amazon die Produktion und den Vertrieb übernimmt und mir nur einen Anteil am Umsatz auszahlt. Wenn ich aber einen Shop auf meiner Homepage einrichte, den Druck selbst in Auftrag gebe (und sei es auch nur in Einzelexemplaren) und auch den Versand sellbst in die Hand nehme, bin ich Selbstverleger.


      Da seh ich nicht wirklich einen Unterschied - nur weil bei CreateSpace Amazon den Druck in Deinem Auftrag für Dich übernimmt und ja auch in Rechnung stellt ist das doch kein Grund dafür keine Gewerblichkeit anzunehmen.

      Ob Du ein Buch-Master erstellt und an eine Druckerei gibst um dann die Bücher an Endkunden, Buchhandlungen oder eine Buchhandelskette zu verkaufen oder ob wie im Falle CreateSpace diese sich bei Bedarf ihre benötigten Exemplare selbst drucken können ist doch kein relevanter Unterschied.
      • Amazon ist kein Verlag sondern nur eine Verkaufsplattform
      • Amazon bekommt ihren Anteil wie jeder Buchhändler oder Buchhandelskette auch
      • Amazon hat keine Rechte an den Texten
      • Du entscheidest was Du wie und in welcher Form veröffentlichst
      • Du entscheidest den Preis, den Titel und welches Cover verwendet wird
      • Du entscheidest wie lange das Buch erhältlich ist
      • Du kannst entscheiden ob und wenn Du neben Amazon sonst noch beliefern willst

      Und Du musst ja auch als Verlag oder Herausgeber im Impressum stehen und nicht Amazon.

      Und die Zusammenarbeit mit Dienstleistern und Vertrieben ändert rechtlich gesehen Nichts daran, wer ein Buch herstellen und vertreiben lässt.


      Gruß
      Daniel

      Daniel von Euw schrieb:

      Da seh ich nicht wirklich einen Unterschied - nur weil bei CreateSpace Amazon den Druck in Deinem Auftrag für Dich übernimmt und ja auch in Rechnung stellt ist das doch kein Grund dafür keine Gewerblichkeit anzunehmen.


      Nein, ich bin bei Amazon bzw. CreateSpace nicht der Auftraggeber. Das ist der Kunde, der das Buch bestellt. Und die Rechnung stelle nicht ich, sondern Amazon.

      Amazon hat keine Rechte an den Texten
      Du entscheidest was Du wie und in welcher Form veröffentlichst
      Du entscheidest den Preis, den Titel und welches Cover verwendet wird
      Du entscheidest wie lange das Buch erhältlich ist


      Ja, das nenne ich einen ziemlich großzügigen Verlagsvertrag, oder? :thumbsup:
      Okay, es ist natürlich kein Verlagsvertrag, sondern eine Lizenzvereinbarung. Wir erteilen Amazon eine Lizenz, unsere Texte vertreiben zu dürfen.

      Und Du musst ja auch als Verlag oder Herausgeber im Impressum stehen und nicht Amazon.


      Das stimmt, mit Betonung auf "oder". Herausgeber? Ja. Verlag? Nö. Nur wenn ich bewusst einer sein will. Der Verlag ist die "CreateSpace Independent Publishing Platform" mit deren ISBN-Nummer, so wie XinXii mein E-Book-Verlag ist.
      Oder um es in aller Kürze auf den Punkt zu bringen.

      Die wichtigste Frage ist ob man einen Lizenzvertrag oder einen Vertriebsvertrag geschlossen hat:

      Bei einem Lizenzvertrag überträgt man einer dritten Partei die Veröffentlichungsrechte, die damit das Buch in ihrem Namen verlegt.

      Bei einem Vertriebsvertrag beauftragt man eine dritte Partei mit dem Vertrieb eines Buches, das man selbst erstellt hat, und bei dem man auch der Verleger ist.


      Wer die Bücher produziert ist egal. Der große Unterschied ist nur, wer sie bezahlt und wem sie gehören:

      Bei einem Lizenzvertrag zahlt der Verlag den Druck und sie gehören ihm - der Autor hat nach Ablauf seines Vertrages kein Recht an einer Restauflage.

      Bei einem Vertriebsvertrag stellt der Vertrieb die Druckkosten dem Autor / Verleger in Rechnung (verrechnet sie mit dessen Anteil) und die Bücher gehören nicht ihm - der Autor / Verleger bekommt nach Ablauf des Vertrages die Restauflage ausgehändigt.

      Bei CreateSpace bekommt der Autor / Verleger 60% vom Nettoverkaufspreis abzüglich der Druckkosten - die 40% ist die Marge von Amazon.


      @MiraBluhm
      Wie ärgerlich :(


      Gruß
      Daniel