Die Rechtschreibung im Zeitalter des digitalen Buches

      Also, offenbar ist der Link kaputt und sollte eher lauten

      lesenrettetleben.net/die-recht…r-des-digitalen-buches-2/

      Ich sehe das Thema folgendermaßen: Rechtschreibung hat eine Funktion, nämlich, dem Leser die optische Wiedererkennung von Wörtern zu ermöglichen. Da wir alle beim Lesen bekanntermaßen ja keine einzelnen Buchstaben lesen, sind wir also auf derlei Hilfsmittel angewiesen. Wenn die Buchstaben eines Wortes falsch kombiniert sind, erzeugt dies u.U. eine Unterbrechung im Lesefluss, weil das veränderte optische Bild des Wortes unbekannt vorkommt - oder schlimmer noch: es sieht wie ein anderes Wort aus, ein Irrtum entsteht.

      Aus diesem Grund ist Rechtschreibung die unterste Minimalvoraussetzung für die angenehme Lesbarkeit eines Textes, grobe Verstöße dagegen spiegeln Unachtsamkeit gegenüber dem Leser wieder. Dabei geht es allerdings nicht um absolute Fehlerfreiheit, denn unterschiedliche Autoren pflegen einen unterschiedlichen Stil, auch folgt nicht jeder immer unbedingt der neuesten Rechtschreibreform, und ältere Texte weisen gemeinhin dann auch andere Schreibweisen auf. Nichts davon kann allerdings als Ausrede genügen, denn der Leser wird wohl erkennen können, welche Unterschiede begründeter Natur sind und welche von reiner Fahrlässigkeit herrühren.

      Ein mögliches Konzept für nachzureichende Korrekturen in Werken ab einem bestimmten Digitalisierungsgrad des Transportmediums wäre, die Leser freundlich zur Meldung derjenigen Fehler aufzufordern, die dem Lektorat irgendwie entschlüpft sind, sowie damit auch eine Belohnung zu verbinden, und sei es etwa die lobende Erwähnung im nächsten Buchtitel (potentiell auch mit Highscore der gefundenen Fehler unter allen Einsendern). Donald E. Knuth stellte zumindest früher mal für jeden gemeldeten Fehler in einem seiner Bücher einen Scheck aus, den die Leute dann aber zunehmend nicht einlösten, sondern einrahmten - und wer weiß, ob die gleichzeitige Einlösung aller eingerahmten Schecks überhaupt möglich gewesen wäre.

      Wohlwissend, dass in diesem Text nun etliche Rechtschreibfehler enthalten sind, bitte ich um Meldung derselben, ebenso scheint mir auch "Ich möchte niemanden die Schuld zu weißen" im verlinkten Artikel nicht richtig.
      Ich denke, da muss man unterscheiden. Es gibt ein paar massiv nervende Fehler, vor allem, wenn jemand nicht zwischen "sie" und "Sie" unterscheidet oder zwischen "das" und "dass" oder wenn die Kommata mit dem Pfefferstreuer gesetzt werden statt zumindest nach den Atempausen in einem Satz*: Wenn mir so ein Text unterkommt, dann verlier ich oft mal die Lust, weiterzulesen. Wenn dagegen irgendwelche eher exotischen Wörter falsch geschrieben sind oder nicht jede dumme Regel der neuen Schlechtschreibung beachtet wird, das kratzt keinen.

      *pingeliger muss gar nicht sein
      "Bücher, selbstgemacht. Und gut."