Self Publisher Wiki gestartet ...

      Self Publisher Wiki gestartet ...

      Hallo liebe Leserinnen und Leser dieses Forums,

      ich habe heute ein Wiki zum Thema Self Publishing gestartet:
      Damit dieser sich mit Leben füllt, brauche ich Hilfe von euch.
      Fügt auf der Hauptseite einfach weitere Begriffe hinzu, die unbedingt in dem Wiki stehen sollen.

      Gerne könnt’ Ihr auch via dem Button “Mitmachen” und “Seite erstellen” bereits eine Definition zu einem der Begriffe anlegen.

      Die Registrierung ist kostenlos und kann auch mit einem bestehenden Facebook-Account erfolgen.

      Vielen Dank für eure Hilfe,

      liebe Grüße,

      Tobias Schindegger :)
      Das ist ehrlich gesagt eine ganz hervorragende Idee, aus folgenden Gründen: Während ein Forum von Haus aus dem gegenseitigen Austausch, der Diskussion und der Beantwortung von individuellen Fragen dient, führt ein Wiki zur Entstehung eines Standardwerkes zum jeweiligen Thema, welches selbst zu komplexen Zusammenhängen einen leicht zugänglichen Überblick verschaffen kann.

      Normalerweise werden Webseiten auf dem eigenen, lokalen Computer bearbeitet und anschließend auf einen Webserver hochgeladen, damit das Bearbeitungsergebnis von jedermann betrachtet werden kann. Wiki-Software erlaubt die Online-Bearbeitung von Webseiten, sodass z.B. für technisch wenig bewanderte Nutzer die Notwendigkeit des Uploads entfällt. Während wir aber ohnehin in allen möglichen Online-Formularfeldern Beiträge verfassen und im Web veröffentlichen, ist Wiki-Software primär darauf ausgerichtet, gemeinsam an einem gemeinsamen Text zu schreiben. Idealerweise ist Wiki-Software dann auch so eingerichtet, dass ohne Einschränkung jeder schreiben darf, sowohl Laien als auch Experten. Der Vorteil dieses Konzeptes besteht darin, dass nicht von vornherein eine Auswahl von vermeintlich oder tatsächlich kompetenten Verfassern getroffen werden muss, sodass quasi jedem Spezialisten seines Fachs die Möglichkeit geboten wird, den Text zu ergänzen, zu verbessern und zu korrigieren. Die Bewertung der Kompetenz eines Autors findet also nicht anhand künstlicher Kriterien statt, womit gleichzeitig auch das breite Angebot des insgesamt verfügbaren Wissens der Leute stark beschnitten werden würde – vielmehr steht jeder Beitrag für sich und wird anhand seiner inhaltlichen Qualität beurteilt. Um versehentliche Fehler und absichtliche Missbräuche auszuschließen, ist der Wiki-Software auch immer eine Versionsverwaltung angeschlossen, womit jede einzelne Änderung auch wieder rückgängig gemacht werden kann oder auch der transparente Vergleich älterer Versionen ermöglicht wird. Kontroverse Standpunkte werden in der Regel gleichberechtigt aufgeführt, um die Objektivität und Neutralität des Wiki-Textes zu sichern und die Beurteilung dem Leser zu überlassen.

      Der mit Abstand wichtigste Faktor für den Erfolg eines Wikis ist aber, dass sämtliche Autoren für jeden ihrer Beiträge einer freien Lizenzierung derselben zustimmen müssen. Anders wäre es schlicht unmöglich, die Texte anderer Leute verändern zu dürfen, ohne gegen das Urheberrecht zu verstoßen. Gleichzeitig stellt die freie Lizenzierung aber auch sicher, dass jeder Beitrag und damit das Gesamtwerk Gemeingut ist, mit welchem alle alles machen dürfen, solange dadurch nicht die digitalen Grundrechte anderer Leute verletzt werden.

      Üblich ist dabei die Creative-Commons-BY-SA-Lizenz, die auch von der bekannten Online-Enzyklopädie Wikipedia verwendet wird und damit Garant für die vielseitige Nutzbarkeit als auch für den Fortbestand der vielen Artikel, welche von unzähligen Autoren verfasst wurden, ist. Die CC BY-SA erlaubt es jedem, die im Wiki veröffentlichten Beiträge zu jedem erdenklichen Zweck zu nutzen, solange infolge der Nutzung niemand anderem dieselben Nutzungsrechte verwehrt werden. Die kommerzielle Nutzung ist hier mit eingeschlossen, sodass alle möglichen kommerziellen Distributionskanäle in einem freien Markt mit oder ohne persönlichem Profit ausgeschöpft werden können, sodass die entsprechenden Texte ein größeres Publikum erreichen und dort wiederum ihre Nutzbarkeit erneut voll entfalten können. Dabei ist allerdings oft noch die CC BY-SA 3.0 in Gebrauch, obwohl mittlerweile für neue Texte zur CC BY-SA 4.0 gewechselt werden sollte, da die Version 4.0 u.a. DRM untersagt. Ungeachtet dessen sind die Creative-Commons-Lizenzen infolge der fortschreitenden Digitaltechnologie ganz grundsätzlich eher ungeeignet für Medienwerke, die nicht rein binär zu gebrauchen sind (z.B. Bilder, Musik), sondern auch eine textuelle Repräsentation aufweisen können, und dies vor allem, wenn die textuelle Repräsentation die primäre Bearbeitungsart ist. Vom Bereich der Software her besteht nämlich schon lange das Dilemma, dass der Quelltext eines Programms textuell bearbeitet, selbiger dann aber in eine binäre, ausführbare Datei übersetzt wird, an der man keine Änderungen mehr vornehmen kann. Gleiches gilt für im Internet publizierte Texte, aus denen auch ein PDF generiert werden kann. Da PDF zwar kein Binärformat ist, bei der PDF-Erzeugung aber strukturelle Informationen verloren gehen, ist die direkte Bearbeitung von PDF potentiell unmöglich, und auch eine freie Lizenzierung würde bei ausschließlicher Bereitstellung eines PDFs oder eines gedruckten Buches für die effektive Ausübung der eingeräumten Rechte die mühsame händische Digitalisierung erforderlich machen. Deshalb sollte für neue Texte die GNU Affero General Public License 3 or any later version bevorzugt werden.

      Was das Selfpublisher-Wiki angeht, wirkt das ganze erstmal recht unübersichtlich, da die erste Seite die letzten Änderungen listet und nicht wichtige Einsprungspunkte. Die letzten Änderungen sind eher für Wiki-Autoren interessant, Wiki-Leser hingegen interessieren solche Angaben eher weniger. Außerdem ist Werbung wie in der "Vorgestellt"-Box unangebracht, da sie eine wirtschaftliche Befangenheit nahelegt. Wenn ein dort vorgestelltes Werk inhaltlich relevant wäre, gehört es in die Quellenangaben eines Artikels, sofern wirklich ein inhaltlicher Bezug besteht. Die Einblendungen von Wikia erwecken den Eindruck, als ob es auf der Seite auch um etwas ganz anderes gehen könnte. Die Wikimedia-Wiki-Software bietet übrigens auch weitreichende Plugin- und Export-Möglichkeiten, sodass man dort quasi auch schon ein druckfertiges PDF der Artikel herauslassen kann – bei Wikia scheint derartiges erstmal nicht möglich zu sein.

      Ich würde vielleicht mal ein paar Sachen zu EPUB schreiben: was das ist, wie es funktioniert und wie man mit Bordmitteln ein eigenes erstellen kann. Andererseits denke ich aber auch, dass wahrscheinlich kein großer Bedarf dafür da ist, weil jeder, der damit zu tun hat, ohnehin damit zurechtkommt und alle anderen sich nicht damit beschäftigen müssen, weil entspr. Tools längst zur Verfügung stehen. Ob also bei einer ausführlichen Betrachtung der Details samt einem Tutorial der Aufwand im Verhältnis zum Nutzen steht, mag ich mal bezweifeln, aber ein allgemeiner Überblick könnte immerhin wohl kaum schaden.