Blogeintrag - Bestseller schreiben leicht gemacht

      Blogeintrag - Bestseller schreiben leicht gemacht

      In meinem neuesten Blogeintrag betrachte ich das Experiment der US-amerikanischen Autorin C.S. Lakin, die mit einem unbekannten Pseudonym ganz bewusst auf Social Media verzichtet hat, um zu sehen, ob es nicht eher das Genre ist, das sich verkauft.

      thomas-knip.blogspot.de/2014/0…eiben-leicht-gemacht.html

      Ich konnte aus den Ergebnissen für mich als Autor - und der Art, wie ich mich im Netz präsentiere - einiges herausziehen.
      Den Blog-Beitrag finde ich spannend, ich hätte auch gern direkt auf der Seite kommentiert, aber das darf man leider nur, wenn man bei einem von sechs möglichen Webdiensten Mitglied ist und das angeben will.
      Deshalb an dieser Stelle ein paar Worte zum Thema.
      Zitat: "Wäre es also nicht vernünftiger, dieses Experiment nachzumachen? Ja, wäre es. Definitiv. Aber dann wäre ich nicht Autor."
      Warum ist man denn kein Autor mehr, wenn man strikt nach den Interessen des Publikums schreibt? Ob das Spaß macht, ist eine andere Frage, aber wer vom Schreiben leben will, sollte schon Zielgruppen im Auge haben.
      Man muss es ja nicht gleich so streng kalkuliert wie die Amis machen. Wer in den USA gezielt schreiben will, für den gibt es jetzt sogar schon den automatisierten "Nischenfinder" in der Software "AK Booster". Damit lassen sich Stichworte identifizieren, die vom potenziellen Publikum bei Amazon gesucht werden, zu denen es aber noch kaum Treffer gibt. Das Programm versucht sogar, das Potenzial eines entsprechenden Buches vorherzusagen und schlägt noch gleich Kontakte für Marketingzwecke vor.
      Ob nach diesem Prinzip geplante Bücher auch sinnvolle Bücher sind, steht natürlich auf einem anderen Blatt...
      Artikel dazu bei thebookdesigner.com
      Ich denke mal, dass Thomas hier von seinem eigenen Selbstverständnis als Autor ausgeht.
      Das definiert er ja auch in dem Artikel. Für ihn wäre das nicht mehr Autor sein.

      Natürlich sind auch Leute, die gezielt auf Verkauf oder Nische schreiben Autoren.

      Für mich persönlich fühle ich eher wie Thomas.


      Nanny Ogg looked under her bed in case there was a man there. Well, you never knew your luck.
      (Lords and Ladies)

      Stefan Jacobasch schrieb:

      Den Blog-Beitrag finde ich spannend, ich hätte auch gern direkt auf der Seite kommentiert, aber das darf man leider nur, wenn man bei einem von sechs möglichen Webdiensten Mitglied ist und das angeben will.


      Das mit den Kommentaren ist mir bisher nicht aufgefallen. Danke für den Hinweis. Ich habe die Einstellungen jetzt so gesetzt, dass jeder kommentieren darf.

      Warum ist man denn kein Autor mehr, wenn man strikt nach den Interessen des Publikums schreibt?


      Die Formulierung ist in dieser Form missverständlich. Ich habe sie zusammen mit dem nachfolgenden Satz noch einmal umgeschrieben.
      Ich habe ein Bild von mir als Autor. Und das heißt, eher meinen Flausen nachzugehen, als einen Roman auf seinen Tauglichkeit hin zu analysieren. Wobei es wohl nicht schaden kann, dass sogar nachträglich bei seinen eigenen Texten zu machen, vor allem, wenn sie sich nicht so verkauft haben, wie erhofft.
      (Erst einmal staun: Das Ebook ist derzeit für $ 1,20 zu haben.)

      LAKIN:
      I picked the subgenre I was told “sells itself” without any author platform

      Nicht zu unterschätzen, denn sie schreibt auch, dass relativ wenig in diesem Genre erscheint. Also diese beiden Faktoren zusammengenommen erhöhen die Chancen auf einen guten Launch enorm, würde ich denken.
      I was told by writers of that specific subgenre that they make about $3k a month off each book. Which is what it looks like I’m making. Why? Supply and demand.
      This. Und dann sollte man auch nicht übersehen:
      My novel has been on the genre lists’ top 100 ever since, selling about 30-50 books a day. Way more than I ever made on any of my other dozen novels.
      Das spricht auch nochmal für dieses Sub-Genre.

      Lakin hat ihr eigenes Experiment total verwässert, indem sie ihre bereits bestehenden Beziehungen zu bekannten Autoren ausgenutzt hat. Also nix von wegen "nur auf Amazon gepostet, sonst nix gemacht", wie sie anfänglich in ihrem Bericht behauptet. Die Wahrheit erfährt man weiter unten in Lakins Bericht. Auch eine Facebook page für das Pseudonym gibt es.

      Warum diese reißerischen Claims, die sich dann teilweise auflösen, wenn man genauer hinguckt? Deshalb:

      (I plan to write an entire ebook soon on this experiment/method called From Idea to Selling in Three Months, so others writers can do this too!)
      Ja, andere Autoren die bekannte Autoren kennen zwecks Blurb und auch Journos zwecks Rezi. Schon klar.

      Die Rezension im Examiner, die sie auch schon beim Promoten verwenden konnte, die Empfehlung von Autorin MaryLu Tysdall im Buch (keineswegs ein Kundenkommentar), ihre eigenen Tweets unter ihrem richtigen Namen.... Natürlich hat sie auch den gleichen Cover Designer angeheuert, der für Bestseller designed hat, nur um auf Nummer sicher zu gehen. :D

      RE: Ihre Methode, das Genre zu lernen
      Das ist eine altbekannte Methode, die schon seit Jahrzehnten empfohlen wird, auch für Drehbücher. Hatte ich kürzlich auch jemandem empfohlen, analysiere Strukturen der Bestseller und du wirst sehen, sie halten sich an einen gewissen Standard. No surprise. Es ist höchstens überraschend, dass es immer noch Leute gibt, die beim Wort PLOT die Nase rümpfen.

      Laking ging mit ihrem Experiment sehr weit, inkl gefakte Autoren-Bio mit Foto. Das würde wohl nicht jedem liegen.